„Hast du einen Lambo?“ Der Fußballprofi sitzt im Kreis – drumherum 57 Kinder, die beim ersten Fußballcamp des BSV dabei sind. Er antwortet, dann kommen schon die nächsten:  

Von Simon Drees

„Hast du schonmal ein Ballrückzieher-Tor gemacht?"

Gebogener Pfeil

Kannst du bei deinem nächsten Tor 6-7 machen?"

"Messi oder Ronaldo?"

Rund 30 Minuten geht das so, bis sich gestärkt wird für den Nachmittag. Vor dieser Fragerunde mit Sebastian Klaas (SC Paderborn) hatten die Kinder ihre Fußball-Skills schon auf das nächste Level gebracht.

Im Zirkelmodus ging es von Station zu Station. Sechs insgesamt:  

Passspiel,

Torschuss,

Teambuliding,

Parteispiele,

Kordination,

Dribbling.

An dieser Station war, neben zwei der 18 Trainer, die alle ehrenamtlich dabei sind, zum Teil unbezahlten Urlaub extra fürs Camp genommen haben, auch Klaas.

Er spielte mit, zeigte Tricks, gab Wege vor. 

„Wir sind eh stolz als Dorf, dass wir ein Fußballprofi rausbringen konnten und das soll den Kindern natürlich schon zeigen: Es ist egal, woher ihr kommt. Alles ist möglich“

,sagt Karhatina Schürmann, eine Organisatorin, die von Anfang an dabei war.

14 Kinder aus Brochterbeck waren damals bei einem Fußballcamp des FC St. Pauli.

„Weil unsere Kinder ja auch beide Fußball spielen, war der Wunsch eigentlich vor zwei Jahren schon da, so etwas selbst auf die Beine zu stellen. Wir kennen hier quasi alle Kinder und haben immer die Rückmeldungen bekommen, dass es schön wäre, ein Fußballcamp im Dorf zu haben.“ 

Von der groben Idee ging es weiter in die Planung. Maik Helmig, Daniel Freude, Jan-Phillip Koliska, Reinhard Klaas, Benedikt Lampe, Katharina und Sebastian Schürmann: Sie haben sich oft getroffen und geschaut, ob daraus wirklich etwas werden kann. Ohne Sponsoren wäre es nichts geworden.

„Wir bedanken uns bei der Kreissparkasse Steinfurt, Volksbank im Münsterland, Elektro Engbert, Firma Heemann, Sport Hereld, die Altherren-Abteilung des BSV, Gaststätte Franz und Agritura Raiffeisen – sie haben maßgeblich zur Entstehung dieses Camps beigetragen.“ 

Das Team stellte einen Trainingsplan auf: vormittags immer Zirkelbetrieb, nach dem Mittagessen Turniere: Mal im Champions-League-Modus oder einfach gegen die Trainer.

Leistungsdruck? Fehlanzeige

„Es geht erst mal darum, wirklich Spaß zu haben. Und natürlich wollen wir auch, dass sie etwas mitnehmen, auch fußballerisch etwas mitnehmen“, so Schürmann. Das wird gleich erneut deutlich: 

Eine Hand hebt sich nochmal in der Fragerunde.

„Kannst du nachher noch mit Fußball spielen?“ „Wenn ihr coole Fragen stellt, spiele ich nachher noch mit euch Fußball“, verspricht Sebastian Klaas.

Kaum ist die nächste coole Frage gestellt, folgt auch schon die erste Herausforderung: „Triffst du oben rechts?“

Am Ende nimmt er den Ball -doch so einfach kommt er nicht zum Tor. Von allen Seiten wird attackiert, Hände gehen hoch. Der Ball zischt in Richtung Winkel & landet oben rechts im Tor.  

Für einen Nachmittag ist der Fußballprofi vom SC Paderborn einfach einer von ihnen.

Und das Engagement der ehrenamtlichen Organisatoren hat es möglich gemacht.

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©RBO/SIMON DREES