Der Himmel ist dunkel, so dunkel, wie fast überall im „Horror Castle“. Die ersten Besucher kommen durchs Löwentor. Eine Frau steht da, auf der Freilichtbühne. Wild abstehende Locken, der Mund streckt sich durchs weiße Gesicht, die Augen sind tiefblau, riesig, sie haben die Form eines Sterns. Wie bei jedem Clown halt. Doch in der Hand hält sie ein Messer. Als er sich anschleicht, an die Besucher, hört man ein „Whoa“. Das Ziel: Erschrecken, die Leute sollen Angst haben, aber danach wieder lachen.
BILDERGALERIE: HALLOWEEN IN TECKLENBURG
„Wir wollen sie ja nicht zum Tode erschrecken“
, sagt Nadine, im echten Leben Zahntechnikerin. Das ist ihre Leidenschaft – zumindest in dieser Jahreszeit, wie für die meisten der Erschrecker Crew Osnabrück. „Eigentlich bin ich im sozialen Bereich unterwegs, das ist ja das komplette Gegenteil gerade, um sich einfach frei zu fühlen, loszulassen, eine andere Seite von sich zu entdecken“, sagt Ciara, ein „Alter Hase“.
DUNKELHEIT IN DER BURGRUINE
Heute ist sie eine Art Ballet-Vampirin. Auch an ihr müssen die Besucher vorbei, bevor sich das nächste Tor öffnet. Dahinter liegt eine Gasse, voll mit Rauch, dichtem Nebel, bunten Lichtern, die den Weg zur Burgwiese weisen. Dort herrscht Dunkelheit.
Außer Sillhouetten der Menschen vor einem lässt sich nicht viel erkennen, nur unheimliches Flackern vom Lagerfeuer und Grabkerzen eines Friedhofs bringen ein bisschen Licht. Verfolgt von einer weißen Figur gelangt man durch hinabhängende Sklette, Bären und schon sieht man eine Gestalt, ganz oben auf dem Wierturm, die auf alles herabblickt. Kaum ist man am Turm vorbei, steht sie plötzlich unten und wartet auf den perfekten Moment für den letzten Schrecken.
MEHR ALS 600 BESUCHER
Es ist ein perfektes Finale des Konzepts, welches offenbar gut ankommt. Das Zeigen unter anderem die im Vorverkauf verkauften Tickets der Kurverwaltung: Rund 600 Besucher durften sie am Freitag- und Samstagabend im „Horror Castle“ begrüßen.

Diese Veranstaltung sollte Tecklenburg noch einmal Attraktiver für Halloween-Liebhaber machen. Aber schon so gab es viel zu erleben in der Festspielstadt.

Auf dem Marktplatz waren Stände aufgebaut, Waffeln, Kuchen, Glitzertattos und mehr gab es dort, im Haus des Gastes durfte zudem gebastelt werden. Im Haus im Grund konnten Kinder Kürbisse verzieren.
„Hat etwas Mystisches, Mittelalterliches hier in Tecklenburg.“
Hexe Sara
Hexe Sara begrüßte Kinder zu Stadtführungen, seit 2006 macht sie das schon, gemeinsam mit ihrer Mutter, welche die Erwachsenenführungen übernimmt. Es mache viel Spaß, mit den Gästen in Kontakt zu sein. „Die Atmosphäre, die Häuser, das macht es besonders. Man fühlt sich ein bisschen wie im Mittelalter, es hat etwas Mystisches hier in Tecklenburg.“
UMZUG MIT ERSCHRECKERN
Ganz vorne lief sie auch beim Laternenumzug. Viele Kinder folgten den zwei Hexen, die den Weg durch die engen Gassen wiesen, mit ihren selbstgebastelten Laternen – leuchtende Sterne, Geistermuster, Kürbis-Formen waren unter anderem dabei. Plötzlich kam aus einer Seitengasse eine Gestalt hervor, ein riesiger Bärenkopf sorgte für schreckhafte Momente, und vor dem Löwentor erschien wieder der Clown. Diesmal hielt er allerdings kein Messer in der Hand, sondern Süßigkeiten.

