Von Simon Drees
Vor einem kleinen Hang liegt eine Rasenfläche. Zwei Fußballtore stehen darauf, rechts daneben beginnt einer der Tennisplätze, Nummer eins von sechs. Keiner von ihnen soll „geopfert“ werden müssen, um das große Vorhaben zu realisieren.
Ein Vorhaben, welches bei diesen örtlichen Gegebenheiten nicht ganz einfach zu verwirklichen ist.
Der TC Blau-Weiß Tecklenburg will hier einen Padel-Court bauen, den ersten der Stadt. Zum Platz führt keine Straße. Baumaterial kommt auf dem Parkplatz an und muss von dort mit einem Kran über die Anlage gehoben werden.
„Das ist eins der kleineren Probleme“
,sagt Carsten Spremberg, 1. Vorsitzender des Vereins.

Größer ist das Problem Fundament. Der Hersteller verlangt eine exakt ausgeführte Platte aus Drainagebeton, das sei schwierig bei dem Hang. Der Verein übernimmt den Aushub gemeinsam mit einem Garten- und Landschaftsbauer. Anschließend kommt eine Fachfirma zum Betonieren. Von November bis März ist dafür Zeit. Im April sollen die Arbeiten beendet sein. Passend zum Saisonstart.
Ab dann können Mitglieder in Tecklenburg spielen.

Bisher mussten sie immer nach Lengerich, Ibbenbüren oder Osnabrück fahren – „irgendwann kam aber der Wunsch auf: Wieso können wir nicht hier etwas gestalten, damit wir direkt in Tecklenburg die Möglichkeit haben?“, erzählt Michael Nieberg, Sportwart.
TC BLAU WEISS TECKLENBURG ERHOFFT SICH MEHR MITGLIEDER DURCH PADEL-COURT
Andere Vereine, etwa in Ladbergen, waren schon gestartet, verzeichneten einen starken Mitgliederzuwachs. „Der Boom in Deutschland ist ganz klar. Dieses Jahr sogar extrem angestiegen, da wollen wir gerne dabei sein“, so Spremberg.
Mitglieder dürften den Court so oft nutzen, wie sie wollen. Die Buchung erfolgt über das Online-System. „Ob sie dann fünfmal die Woche spielen, ist letztendlich egal. Das ist ein Riesenmehrwert für die Leute.“

Wie die Tennisplätze soll auch der Court extern buchbar sein, etwa für Kurgäste und Urlauber. Der Verein hofft auf neue Mitglieder, vor allem jüngere, auch solche ohne Bezug zum Tennis. „Viele haben gesagt: Wenn ihr einen Padel-Court habt, dann kommen wir wieder.“ Mit einem Ansturm rechnet Michael Nieberg bei nur einem Platz nicht, „aber ich denke, dass er genutzt wird“. Falls doch, könne man den Court erweitern. Für Padel planen sie eine eigene Mitgliedschaft. Günstiger als die für Tennis.
60.000€ KOSTEN
60.000 Euro, so hoch sind die Kosten insgesamt. Mehrere Angebote wurden eingeholt, entschieden wurde sich für einen deutschen Hersteller. Den Kredit will der Verein über die Sportbank NRW aufnehmen.
Abgesprungen ist ein Namenssponsor, Spremberg meint: „Vielleicht finden wir jemand anderen, der Lust hat, dass der Platz ein Branding seiner Firma bekommt.“ Ausschlaggebend für das Projekt ist dies jedoch nicht.
Umkleiden, Duschen und Clubhaus wurden vor vier Jahren saniert. Externe Gäste sollen die Umkleiden künftig per Zahlencode nutzen können.
BEKOMMT DER VEREIN 160.000€?
Parallel will sich der Verein für das Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2026“ bewerben, für das in Tecklenburg und Umgebung rund 160.000 bis 165.000 Euro bereitstehen. Geplant ist eine unbeheizte Überdachung für einen Tennisplatz, damit Training bei Regen nicht ausfallen muss. „Deswegen muss man vorsichtig sein mit dem Begriff Tennishalle. Das ist eine Überdachung“, betont Nieberg. Die Kosten liegen bei fast 200.000 Euro. „Das können wir nicht aus Mitgliedsbeiträgen finanzieren. Da brauchen wir Subventionen und Sponsorenmodelle.“