Ein warmer Sommernachmittag, wir stehen vor der Fläche. Dem großen Feld, Mais wurde hier angebaut direkt neben Activity-Park und Sportplatz.
Auf einem weißen Zettel steht alles perfekt aufgezeichnet, perfekt vermessen: Hier die Einfahrt, dort die Parkplätze, direkt neben den Single- und Double-Courts. Hinten eine Vereinshütte mit Duschen und Aufenthaltsräumen. Dann nochmal weitere Padel-Plätze. Alper Cinibulak hält ihn – vor dem Feld stehend, wo er gemeinsam mit zwei weiteren Unternehmern die „Paddel First GmbH“ gründete, etwas großes erschaffen wollte.
Auf den 4.600 Quadratmetern hätten längst Bagger stehen sollen.
Doch:
„Im Zuge der weiteren Genehmigungsplanung haben sich leider einige Punkte ergeben, die die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts erheblich beeinträchtigen“, sagt Cinibulak zu RBO. Nach intensiver Abwägung habe man schweren Herzens entschieden, das Projekt nicht weiterzuverfolgen.
BEGINN IN OSNABRÜCK – DER HYPE BALD IN BROCHTERBECK?
Alles begann in Osnabrück, auf einem überfüllten Padel-Court, an einem Abend, an dem Cinibulak zum ersten Mal einen Schläger in der Hand hielt.
„Man kommt so schnell in den Sport rein und lernt neue Menschen kennen“, sagt er. „Die meisten bemerken bereits nach einigen Malen eine steile Lernkurve.“
Das Problem: Plätze zu bekommen sei schwierig. „Die Slots waren einfach schnell ausgebucht, weil es so einen Hype um die Sportart gibt.“ Münster, Ibbenbüren: Überall entstehen neue Hallen, neue Plätze, in Emsdetten und Greven sind sie schon in Planung.
„Von Osnabrück ist man in 20 Minuten in Brochterbeck. Die Menschen fahren auch in andere Orte, wenn sie dort gut spielen können.“
Hierhin bringt ihn dann Sebastian Thielker, Bauunternehmer, Brochterbecker. Der dritte ist Andreas Gimmich aus der Nähe von Frankfurt. Zusammen wollen sie die „riesige Paddel-Anlage“ bauen: sieben Plätze, Flutlicht, eine App „Playtomic“, über die man bucht, Schläger leiht, Bälle holt.
Man wollte werben, vor allem über Instagram, dazu Kontakt zu Vereinen, zur Tourismusbranche, zu Unternehmen der Region. Ein Zeitplan stand: Frühjahr 2027, dann sollte unter freiem Himmel der erste Ball fallen.
ZURÜCK AUF DEM LEEREN FELD
Einiges hätte man schon vom Baufortschritt sehen sollen. Aber auf dem großen Feld stehen keine Bagger, keine Courts werden gebaut, keine Parkplätze, keine Einfahrt.
„Wir sind selbst sehr enttäuscht über diese Entwicklung“, sagt er.
„Wir finden es insbesondere für Brochterbeck und den Standort sehr schade. Aus unserer Sicht wäre die Anlage eine tolle sportliche Ergänzung für den Ort und das bereits bestehende Sportangebot gewesen.“
Alper Cinibulak
Umso bedauerlicher sei es, dass sie diese Entscheidung treffen mussten: „Unter den aktuellen Rahmenbedingungen sehen wir jedoch leider keine wirtschaftlich sinnvolle Möglichkeit, das Projekt wie geplant umzusetzen.“
Der Hype um Padel zieht also weiter, nach Emsdetten, nach Greven, nach Ladbergen. Brochterbeck allerdings ist raus.















