Es dauert manchmal nur wenige Minuten: Erst ziehen dunkle Wolken auf, dann prasseln enorme Regenmengen vom Himmel. Straßen verwandeln sich in Bäche, Keller laufen voll, Unterführungen stehen unter Wasser. Was früher als seltenes Extrem galt, wird durch den Klimawandel immer wahrscheinlicher. Auch im Kreis Steinfurt wächst die Gefahr durch Starkregen und Hochwasser.
Besonders eindringlich bleibt vielen Menschen die Flutkatastrophe im Ahrtal im Sommer 2021 in Erinnerung. Nach massivem Starkregen stieg das Wasser dort innerhalb kürzester Zeit dramatisch an. Häuser wurden zerstört, ganze Orte verwüstet, mehr als 180 Menschen starben.
KREIS STEINFURT WARNT VOR HOCHWASSER
Der Kreis Steinfurt warnt deshalb davor, die Risiken zu unterschätzen.
Durch längere Hitze- und Trockenphasen kann der Boden Wasser oft schlechter aufnehmen. Fällt dann innerhalb kurzer Zeit sehr viel Regen, fließt das Wasser oberflächlich ab, mit teils schweren Folgen für Menschen, Gebäude und Infrastruktur.
Wichtig sei deshalb vor allem Vorsorge. Begrünte Flächen, Gärten, Dächer oder Fassaden können helfen, Regenwasser aufzunehmen und die Kanalisation zu entlasten. Versiegelte Flächen dagegen verschärfen häufig das Problem.
Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer sollten außerdem prüfen, wie gefährdet ihre Immobilie bei Starkregen ist. Rückstausicherungen, dichte Kellerfenster und geschützte Eingänge können im Ernstfall entscheidend sein.
WARNAPPS SIND HILFREICH
Hilfreich sind dabei digitale Warn- und Informationssysteme. Apps wie „WarnWetter“, NINA oder KATWARN informieren frühzeitig über gefährliche Wetterlagen. Das Land NRW bietet zudem mit der Hochwasser-App eine Möglichkeit, das Risiko für das eigene Grundstück einzuschätzen.
Kommt es tatsächlich zu Starkregen, zählt oft jede Minute. Experten raten dazu, wichtige Dokumente und elektrische Geräte möglichst in höhere Etagen zu bringen. Dringt Wasser ins Haus ein, sollte sofort die Stromversorgung abgeschaltet werden.
Besonders gefährlich: voll laufende Keller. Sie dürfen bei eindringendem Wasser keinesfalls betreten werden, da Lebensgefahr besteht.
BEI HOCHWASSER: VORSICHT DRAUßEN
Auch draußen ist Vorsicht gefragt. Tiefgaragen, Unterführungen und Uferbereiche sollten gemieden werden. Autofahrer sollten niemals durch überflutete Straßen oder Wassersenken fahren. Schon wenige Zentimeter Wasser können Fahrzeuge unkontrollierbar machen.
Nach einem Hochwasser beginnt für viele Betroffene erst die eigentliche Belastung.
Schlamm, zerstörte Möbel und beschädigte Technik sorgen oft für Chaos. Gleichzeitig lauern im Wasser und im Müll gefährliche Stoffe oder scharfkantige Gegenstände. Schutzkleidung, Handschuhe und Gummistiefel sind deshalb unverzichtbar.
KAMPAGNE #kriesenfeST
Mit der Kampagne „#krisenfeST – Hier lebt’s sich gut & sicher.“ informiert der Kreis Steinfurt regelmäßig über Bevölkerungsschutz und Krisenvorsorge. Dazu gehören Hinweise zu Warnsystemen, Notfallmaßnahmen und Verhalten im Ernstfall.









