Amprion-Stromtrasse kommt – Petition gescheitert
Von RBO Aktuell | 19. Juni 2026, 16:00 Uhr – 1 Min.
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages hat die Petition gegen den Bau der geplanten 380-Kilovolt-Höchstspannungsfreileitung (Vorhaben Nr. 89) durch den Netzbetreiber Amprion abgelehnt. Damit blieb der gemeinsame Vorstoß von Bürgerinitiativen, Lokalpolitik und rund 18.000 Unterstützern ohne den gewünschten Erfolg.
HINTERGRUND: PETITION GEGEN AMPRION-STROMTRASSE IM TECKLENBURGER LAND
Die im September 2024 eingereichte Petition wurde von vier Stadt- und Gemeinderäten, Bürgerinitiativen sowie dem zuständigen Landrat getragen. Ziel des Verfahrens war es, den Bau der Freileitung mit hohen Masten im südlichen Tecklenburger Land zu verhindern. Als Alternativen wurden eine Erdverkabelung oder eine modifizierte Trassenführung gefordert, um die Bereiche Ledde, Tecklenburg, den Westen und Süden Lengerichs sowie den Osten Ladbergens zu entlasten.

BEGRÜNDUNG DES AUSSCHUSSES
Nach den Beratungen im Mai 2026, bei denen auch die Bundesregierung Stellung bezog, wurde beschlossen, die Eingabe den Fraktionen lediglich zur Kenntnis zu geben. Der Ausschuss begründete die Ablehnung im Wesentlichen mit technischen und wirtschaftlichen Argumenten sowie den Zielen des Klimaschutzes:
- Technischer Stand: Die Erdverkabelung im Höchstspannungs-Drehstrombereich sei eine neue Technologie und anders als im Gleichstrombereich noch nicht Stand der Technik. Sie stelle daher keine gleichwertige Alternative dar.
- Kosten und Zeit: Entsprechende Pilotprojekte zeigten, dass Erdkabelmaßnahmen technisch komplexer seien, deutlich mehr Zeit bis zur Realisierung benötigten und um ein Vielfaches teurer seien als Freileitungen.
- Verzögerungsrisiko: Eine nachträgliche Änderung des Vorhabens berge erhebliche Risiken für den Zeitplan und die Kosten. Für das Erreichen der Klimaschutz- und Netzausbauziele sei jedoch eine zügige Umsetzung notwendig.
Die Stromfreileitung, die das Münsterland von Nord nach Süd durchqueren soll, wird gemäß den aktuellen Planungen im Jahr 2034 ans Netz gehen.
REAKTIONEN: BÜRGERMEISTER „TIEF ENTTÄUSCHT“
In einer gemeinsamen Stellungnahme äußerten die Bürgermeister von Lengerich, Tecklenburg, Ladbergen und Lienen ihre Enttäuschung. Die Entscheidung werde weder dem Engagement der Bürger noch den Sorgen über die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt gerecht.
Die Verwaltungschefs kündigten an, das Ergebnis des Ausschusses gemeinsam auszuwerten und weitere Schritte zu prüfen.
Der Fokus der Kommunen richtet sich nun auf das bevorstehende Planfeststellungsverfahren, für das Amprion derzeit den Antrag vorbereitet. Ziel bleibe es weiterhin, die Belastungen für die Bevölkerung sowie für Natur und Landschaft so gering wie möglich zu halten.
STROMTRASSE DURCH TECKLENBURG
Über Jahre hinweg hatten Bürgerinitiativen, Lokalpolitiker und zahlreiche Anwohner der Region gegen den Bau der Freileitung (Vorhaben Nr. 89) mobilgemacht. Die roten Kreuze, die in vielen Vorgärten und an Straßenrändern aufgestellt wurden, galten weithin als Symbol dieses Protests.










Sehr enttäuschend diese Entscheidung, aber vorhersehbar. Das Projekt wird auf Biegen und Brechen durchgesetzt, auch gegen entschiedenen Widerstand der Bevölkerung. Die formellen Möglichkeiten zum Einspruch sind nur dazu da um dem Gesetz Genüge zu tun, mehr aber auch nicht.
Toller Bericht! Schade, dass es so kommen musste!!
absehbar und vergebene Mühe. Die Bedarfsfrage sowie die Technologie sind längst gesetzlich festgelegt. Die Lokalpolitik betreibt hier leider -gegen besseren Wissens – populistischen Aktionismus.
Wenn Ideologien siegen, ist das EINES der bedauerlichen Ergebnisse.