Der Duft köstlicher Crêpes und lebendiges Treiben in Projekten zum Thema „Grenzen überwinden“ erfüllte am Freitag (20. März) das Tecklenburger Graf-Adolf-Gymnasium (GAG).
Der Jubiläumstag des Frankreichaustauschs stand – nach Ankunft der französischen Gäste am Vortag – im Zeichen des diesjährigen Mottos der Unesco-Schulen, denen das Graf-Adolf-Gymnasium angehört. Die besondere Würdigung der seit 50 Jahren bestehenden Schulpartnerschaft mit dem Collège Saint Exupéry in Chalonnes-sur-Loire hatte im Herbst 2025 schon in der Loirestadt als ‚französische Eröffnung‘ begonnen.
Nun bildet der Besuch der Austauschgruppe des Collège in Tecklenburg vom 19. bis 27. März den ereignisreichen und festlichen Zwischenakkord dieser bestimmt noch weitere 50 Jahre fortdauernden Schulpartnerschaft, berichtet das Graf-Adolf-Gymnasium in einer Pressemitteilung.

SEIT 50 JAHREN AUSTAUSCH AM GAG TECKLENBURG
Der diesjährige Austausch bringt 43 Austauschschüler („corres“) von Deutsch- und Französischlernenden zusammen. Sie alle haben sich in Chalonnes näher kennengelernt und sind daher schon mit Aspekten ihrer deutschen Partnerfamilien vertraut. Vieles Weitere werden sie nun über eine Woche hinweg ‚live‘ miterleben. Begleitet werden sie von Anne-Sophie Renoust, Bernadette Dilé-Abelard und Nelly Furst. Die GAG-Französischfachschaft, bestehend aus Anja Weitkamp, Katharina Thiel, Sebastian Salk und Natalie Mousset hat in diesem Jahr das Austausch- und Jubiläumsprogramm gemeinsam gestaltet, flankiert durch Kolleginnen und Kollegen mit interessanten Einzelbausteinen. Dazu gehört insbesondere das von Kunstlehrerin Lisa Volkamer initiierte deutsch-französische Comic-Projekt, das in der Pausenhalle ausgestellt ist, teilt das GAG weiter mit.
Mit einem beeindruckenden musikalischen Flashmob überraschte die GAG-Schulgemeinschaft am Freitagvormittag ihre französischen Gäste: Alle Klassen und Lerngruppen hatten sich versammelt und das in den letzten Wochen einstudierte mittlerweile zur „Hymne des Austauschs“ gewordene Lied „Oh, Chalonnes-sur Loire“ angestimmt, nach der bekannten Melodie von „Oh, Champs-Élysées“. Ein weiteres musikalisches Highlight, war das beim Festakt von einem Lehrkräfte-Schülerinnen-Chor gesungene französische Chanson der 70er-Jahre„La ballade des gens heureux“, im Text aussagekräftig umgestaltet.
Eine große Bandbreite an Wirkungen eines halben Jahrhunderts deutsch-französischer Partnerschaft zwischen zwei Schulen wurde deutlich. „Nicht allein, dass aus den Reihen des GAG so viele Schülerinnen und Schüler das Leben am Collège und das Familienleben ihrer „corres“ kennengelernt haben und umgekehrt so viele französische Jugendliche das Gleiche in unserer Region erfahren haben! Auch der interkulturelle Zugewinn durch die vielen Exkursionen an beiden Orten, die Besichtigungen, das Erleben von Traditionen und Essgewohnheiten, von Erziehungs- und Unterrichtsstilen in den beiden Ländern ist für circa 2500 Menschen ein besonderer Zugewinn an Lebenserfahrung geworden“, wird Anja Weitkamp, die im Rahmen ihrer Vorbereitungen des Jubiläums federführend agierte, in der Pressemitteilung zitiert.
Beim Festakt in der Tecklenburger Aula sahen sich viele wieder, Teilnehmende und Lehrkräfte beider Schulen, Ehemalige und heutige „corres“. Anerkennung der deutschen und der französischen Schulleitung wurde von Evelyn Futterknecht und Heinz-Nanno Groenhoff in einer mehrsprachigen Eröffnung vermittelt. Ein breiter Reigen an Grußworten und viel Beifall eines großen Publikums schlossen sich an. Moderiert wurde im französisch-deutschen Wechsel von Jacqueline Dabic und Juna Schefzyk, beide selbst Ehemalige des Frankreichaustauschs und heute Schülerinnen der Jahrgangsstufe 12 (Q1).
„Vois sur ton chemin“ („Schau auf deinen Weg“) intonierten die GAG-Chorklassen der Jahrgangsstufen fünf bis sieben unter Leitung von Simon Zafirakis. Eine Videobotschaft von Dorothee Feller, NRW-Ministerin für Schule und Bildung, würdigte die Stabilität dieser Schulpartnerschaft als etwas sehr Besonderes im Kontext der Bildungsgeschichte der Nachbarländer, heißt es in der Pressemitteilung weiter.
Tecklenburgs Bürgermeister Stefan Streit hob die Rolle hervor, die dies auch für das Entstehen und die Stabilität der Partnerschaft beider Städte spielt. Dies wurde in besonders herzlicher Weise von Walter Melcher als Vorsitzender des Städtepartnerschaftskomitees unterstrichen. Gemeinsam mit ehemaligen Teilnehmenden des Austauschs überreichte er zum Dank aller eine Hochzeitstorte, die das besondere familiäre Verhältnis eindrucksvoll verdeutlichte. Schuldezernent Christian Schrand wies auf bedeutsame historische Aspekte hin und betonte deren Bedeutung für das interkulturelle Lernen.

Schulleiterin Evelyn Futterknecht, die im Herbst 2025 auf der Jubiläumsfahrt nach Chalonnes dabei war, unterstrich die gastliche Atmosphäre am Collège und die anregende Kooperation, die im Erfahrungsaustausch beider Schulleitungen noch gewachsen ist. In vielen Bereichen habe sich Ideenaustausch und Bereicherung durch die Partner ergeben, wie zum Beispiel in der Förderung durch das Erasmus-plus-Programm oder in der Wertschätzung von Nachhaltigkeit im schulischen Lernen und Leben.
Als Schulpflegschaftsvorsitzende wies Dagmar Kerssen, selbst ehemalige Teilnehmerin am Austausch und Mutter zweier „corres“, auf die Leistungen der Lehrkräfteteams hin, die den Jugendlichen unbezahlbare Erfahrungen beschert und auch die Familien bereichert habe, berichtet das GAG weiter. Diese vielfache Bereicherung unterstrichen auch Lena Busiek und Sophia Kerssen als Vertreterinnen der GAG-Schülerschaft.
Ein Grußwort der französischen Austauschdelegation überbrachte Anne-Sophie Renoust. Umrahmt wurde das Programm mit musikalischen Akzenten, gestalterischen und dokumentarischen Elementen der Französischkurse der Jahrgänge 7 und 9 von Anja Weitkamp und Katharina Thiel sowie mit poetischen Akzenten des Französischkurses der Jahrgangsstufe 8 unter Leitung von Sebastian Salk mit dem Titel „L’Échange en Poème“. Eine Gruppe Ehemaliger, darunter Björn Hollenberg, präsentierte unter dem Titel „Lebensmosaike(n)“, wie viel Bleibendes aus ihren eigenen Erfahrungen mit dieser Schulpartnerschaft hervorgegangen ist.
Zahlreiche ehemalige Teilnehmende des Austauschs waren ans GAG gekommen. Einige wenige von ihnen waren auch der von der GAG-Fachschaft initiierten Idee gefolgt, alte Bilder und Erinnerungen einzusenden, die noch für eine Weile im BE-Flur des GAG zu sehen sind.





