… in sich zusammenfallen. Das ist zumindest der Plan der Abbruchfirma Hagedorn aus Gütersloh.
SPRENGUNG IN IBBENBÜREN: PRINZIP „KONTROLLIERTE FALTUNG“
Anders als bei klassischen Hochhaussprengungen wird der Schornstein nicht einfach gekappt. Die Experten der Unternehmensgruppe setzen auf ein präzises Faltverfahren. Drei zeitlich exakt abgestimmte Zündungen bringen den Betonriesen beim Kraftwerk in Ibbenbüren in sich zusammen. Zwei Segmente sollen nach Westen fallen, eines nach Osten. Ziel ist es, die gewaltige Struktur kontrolliert in ein vorbereitetes Fallbett zu legen.
Die Ladungen werden im Abstand von Millisekunden gezündet – für Außenstehende klingt es wie ein einzelner Knall. Tatsächlich aber arbeitet sich die Druckwelle durch die tragenden Strukturen, bis die Statik gezielt versagt.
SCHUTZMAßNAHMEN IM XXL-FORMAT
Damit die Energie des Sturzes aufgefangen wird, entsteht auf dem Gelände ein 40 Meter breites und 200 Meter langes Fallbett aus Schutt. Zusätzlich sichern Erdwälle und ein massives Schutzgerüst die Umgebung. Eine zehn Meter hohe Schutzwand auf einem ebenso hohen Wall soll Leitungen schützen und Staub sowie Streuflug eindämmen.
Die Erschütterungen könnten stärker sein als bei der ersten großen Sprengung im April 2025. Erwartet werden bis zu 20 Millimeter pro Sekunde im direkten Umfeld des Kamins, rund fünf Millimeter pro Sekunde am äußeren Rand des Beweissicherungsgebiets. Deshalb dokumentieren Gutachter vorab rund 165 Gebäude.
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EIN MOMENT, VIELE PERSPEKTIVEN
Für manche Anwohner ist es Nervenkitzel, für andere Unsicherheit. Wintergärten, Fassaden, Erinnerungen – alles steht kurz im Fokus. Und doch gilt: Das Verfahren ist erprobt, die Sicherheitszone erweitert.






