Ein Mann steht auf der Bühne. Einer großen, schwarzen, ganz hinten. Er zeigt etwas hoch. Dann blättert er durch ein paar Seiten. Es ist das Jubiläumsbuch zum 800-jährigen Bestehen Tecklenburgs, welches NRW-Abgeordneter Karl-Josef Laumann hält. „Ein kleiner geschichtlicher Ausflug meinerseits – warum treffen wir uns heute hier eigentlich?“, fragt Bürgermeister Stefan Streit ins Mikrofon.


Die Zeit springt zurück. Acht Jahrhunderte.
TECKLENBURG GIBT ES SEIT 800 JAHREN
Januar 1226: Tecklenburg wird in diesem Jahr erstmals im Zusammenhang mit der namengebenden Burg ein „Suburbium“ erwähnt. Darunter ist eine außerhalb der Burg liegende Ansiedlung für Schmiede, Bäcker, Brauer oder andere für die Versorgung der Burgbewohner notwendige Gewerbezweige zu verstehen. Diese Gründung war die Keimzelle der künftigen Entwicklung zur Stadt.
800 Jahre später ist Tecklenburg: „Bildungsstadt. Vierfach starke Stadt. Tecklenburg ist aber auch ein Ortsteil mit viel Historie, viel Denkmalschutz, mit einer tollen touristischen Entwicklung zum kur- und kneipp-Ort“, so Streit weiter.
Rund 2.000 Menschen leben hier. Doch an manchen Tagen fühlt sich die Zahl viel größer an.
„Wir haben die höchste Übernachtungszahl im Regierungsbezirk nach Münster selber, mit 160.000 Übernachtungen, das zeigt unsere touristische Qualität, 1,7 Millionen Tagestouristen kommen hier her.



REDE VON KARL-JOSEF LAUMANN
Anschließend tritt Karl-Josef Laumann (CDU) ans Mikrofon.
„Diese Stadt, so finde ich, hat einer der interessantesten und liebenswertesten Regionen Nordrhein-Westfalens den Namen gegeben. Es ist ja nicht nur Tecklenburg, es ist eben auch das Tecklenburger Land. Und beides gehört zusammen.“
Er zeichnet das Bild einer Region, die sich von vielen anderen unterscheidet.
„Ich bin fest davon überzeugt: Wo der liebe Gott die Erde gemacht hat, hatte er seinen Höhepunkt, als er das Tecklenburger Land gemacht hat.“

Laumann spricht von Heimat. Von dem Gefühl, das viele kennen, wenn sie durch die engen Gassen der Altstadt gehen. „Es ist schon ein bisschen Seele baumeln lassen. Einfach schön.“
Applaus und Schmunzeln im Publikum – etwa 100 Menschen sind bereits da, bis 300 werden es am Ende sein.
Doch Schönheit allein reiche nicht aus. Während die historische Altstadt Besucher anzieht, haben sich die anderen Ortsteile seit der kommunalen Neugliederung 1975 anders entwickelt.
„Wenn wir da nicht ein bisschen mehr Gewerbe und sowas alles hätten, dann wäre es kommunalpolitisch in Tecklenburg wahrscheinlich noch schwieriger, als es ohnehin schon ist. Von Historie und Schönheit alleine leben, ist auch ein bisschen schwierig.“
DANK AN EHRENAMTLICHE FÜR DAS STADTFEST
Zum Ende seiner Rede richtet Laumann den Blick nach vorn. Er wünscht der Stadt eine gute Zukunft, hofft auf kluge Entscheidungen im Rathaus und bedankt sich bei den vielen Ehrenamtlichen, Vereinen und Helfern, ohne die ein solches Bürgerfest nicht möglich wäre.

Und genau in diesem Moment passiert etwas.
Mit den letzten Worten seiner Rede bricht die Wolkendecke auf. Sonnenstrahlen fallen auf den Altstadtparkplatz.
Nun kann gefeiert werden. Stephanie Müller-Bromley spielt am Saxophon, Armin Seelig am Piano. Es geht um die Liebe, um große Gefühle.



Abends wechseln die Klänge erneut, aus den Boxen erklingt „Ein Hoch auf uns“. Die Band 7beats übernimmt die Bühne. Vor 25 Jahren wurde sie in Preußisch Oldendorf gegründet. Menschen tanzen, Kinder tanzen, die Stimmung ist überwältigend. Halt „Einfach schön“.































