„Für mich war Brochterbeck eine Schule des Lebens“, sagt Pastor Paul Kodannur zum Abschied
Der letzte. Allerletzte Gottesdienst für Pastor Paul Kodannur steht bald an. Sonntag wird er in der katholischen St. Peter und Paul-Kirche in Brochterbeck ein letztes Mal die Messe leiten. Seit mehr als sieben Jahren lebt er hier. Fühlt sich pudelwohl. Und die Menschen lieben ihn fast schon.
Doch dann diese Meldung:
„Anfang Juni werde ich meinen Dienst hier beenden und meinen neuen Einsatz in der Pfarrei in Rheine beginnen“, sagte Kodannur. „Er wird besonders in Brochterbeck, aber auch darüber hinaus in allen Gemeinden der ganzen Pfarrei sehr geschätzt, und viele werden sehr traurig sein“, so Pfarrer Harmut Niehues in der Mitteilung vom 18. Januar.
Der Grund, warum Pfarrer Kodannur versetzt wird: Mangel an Pastoren im Raum Rheine. „Wir wissen, dass wir im Pastoralen Raum Hörstel-Ibbenbüren-Lengerich sehr gut mit Priestern aufgestellt sind. In anderen Pfarreien des Bistums dagegen gibt es einen akuten Mangel.“
Zeit für ein letztes Interview mit ihm.

RBO: Was macht Brochterbeck zu einem besonderen Ort für Sie?
Kodannur: Also für mich war Brochterbeck eine Schule des Lebens, in der ich viel gelernt habe. Es war für mich Heimat, in der ich mich sehr wohl gefühlt habe und eine lebendige Gemeinschaft geprägt von Offenheit und gelebtem Glauben. Wenn ich an Brochterbeck zurückdenke, kommen als erstes die lieben und netten Menschen. Erst heute Morgen sagte mir eine Frau: „Schade, dass Sie gehen. Sie passen so gut zu uns.“ Das hat mich sehr berührt.
Wie wird es sich anfühlen, den letzten Gottesdienst bald hier zu feiern?
Mit großer Dankbarkeit im Herzen.

Was haben Sie in ihrer Zeit hier gelernt?
Vertrauen. Gemeinschaft und die Kraft des Gemeinsamen Glaubens zu schätzen. Als ausländischer Priester wurde ich hier sehr herzlich aufgenommen und habe sehr viel Offenheit und Wärme erfahren.
Wie würden Sie die vergangenen Jahre in drei Worten beschreiben?
Dankbar. Bereitschaft und Segensreich.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Gemeinde in Brochterbeck?
Ich wünsche mir sehr, dass die Gemeinde weiter so offen, lebendig und miteinander verbunden bleibt.
Glauben Sie, dass Sie Brochterbeck auch in Zukunft verbunden bleiben?
Brochterbeck wird immer einen festen Platz in meinem Herzen haben – ich kann mir gut vorstellen, oft hierher zu Besuch zu kommen.
Was würden Sie zum Abschied den Menschen sagen? Was liegt ihnen auf dem Herzen?
Von Herzen Danke für die gemeinsame Arbeit, gemeinsame Zeit, für ihr Vertrauen und ihre Freundschaft. Gottes Segen begleitet Sie alle auf ihren Wegen.


