Gerade hat NRW-Minister Karl-Josef Laumann seine Festrede beendet. Auf dem Altstadtparkplatz in Tecklenburg applaudieren die Besucher, auf der Bühne stehen Musiker bereit, die ersten Töne erklingen. Minuten zuvor hatte noch Regen das Festgelände begleitet. Nun sind es Sonnenstrahlen. Drei Tage Stadtfest können beginnen.















































































































Und genau darum ging es an diesem Wochenende in Tecklenburg: um Geschichte, Gemeinschaft und die Frage, was eine Stadt nach 800 Jahren eigentlich ausmacht.
ACHT JAHRHUNDERT STADTGESCHICHTE TECKLENBURG
Die Zeitreise beginnt im Januar 1226.
Damals wird erstmals ein „Suburbium“ im Zusammenhang mit der Burg Tecklenburg erwähnt. Gemeint ist eine Ansiedlung außerhalb der Burgmauern, in der Schmiede, Bäcker, Brauer und andere Handwerker lebten und arbeiteten. Aus dieser kleinen Siedlung entwickelte sich über die Jahrhunderte die Stadt Tecklenburg.
800 Jahre später erinnert das große Stadtfest auf dem Altstadtparkplatz an diesen besonderen Meilenstein.
„Tecklenburg ist Bildungsstadt, Kurstadt, Tourismusstadt und vor allem eine Stadt mit viel Historie“, sagte Bürgermeister Stefan Streit in seiner Festrede.
Rund 2.000 Menschen leben im historischen Stadtkern. Gleichzeitig zählt Tecklenburg jährlich rund 160.000 Übernachtungen und etwa 1,7 Millionen Tagesgäste.
EIN FEST VON UND FÜR DIE STADT
Von Donnerstag bis Samstag verwandelte sich der Altstadtparkplatz in einen Treffpunkt für Bürger, Vereine, Besucher und Gäste.
Schon zur offiziellen Eröffnung wird deutlich, dass das Jubiläum weit mehr sein soll als ein Blick zurück. Politiker, Vereinsvertreter, Ehrenamtliche und zahlreiche Besucher feiern gemeinsam die Geschichte ihrer Stadt.
Laumann beschreibt Tecklenburg und das Tecklenburger Land als etwas Besonderes.
„Es ist schon ein bisschen Seele baumeln lassen. Einfach schön“, sagte er über die historische Altstadt.
Gleichzeitig erinnert er daran, dass eine Stadt nicht allein von ihrer Geschichte leben könne. Neben den historischen Mauern brauche es auch wirtschaftliche Entwicklung, Engagement und Menschen, die Verantwortung übernehmen.
MUSIK, TANZ UND GUTE STIMMUNG
Nach den Festreden übernahm am Donnerstag die Musik das Kommando.
Stephanie Müller-Bromley begeistert gemeinsam mit Armin Seelig am Piano das Publikum. Später sorgt die Band 7beats für Partystimmung auf dem Festgelände. Kinder tanzen vor der Bühne, Besucher feiern mit und singen bekannte Hits mit.
Am Freitag geht das Programm nahtlos weiter.
Die Teutoburger-Wald-Grundschule präsentiert gleich mehrere Tanzaufführungen. Zahlreiche Kinder stehen auf der Bühne und werden von den Besuchern mit Applaus belohnt. Anschließend erklingt gemeinsam das Schullied.
Immer wieder zeigt sich an diesem Wochenende, dass das Jubiläum nicht nur die Vergangenheit feiert, sondern vor allem die Menschen, die Tecklenburg heute prägen.
„TECKI“ WIRD GEFEIERT
Ein besonderer Moment folgt am Freitagnachmittag.
Auf der Bühne werden die Gewinner des großen Malwettbewerbs vorgestellt. Gesucht wurde ein neues Stadtmaskottchen für Tecklenburg. Mehr als 400 Kinder aus Grundschulen, Kindergärten sowie weiterführenden Schulen hatten ihre Entwürfe eingereicht.
Die Wahl der Jury fällt schließlich auf die Idee von Maya Althaus aus der Klasse 6c des Graf-Adolf-Gymnasiums, sie wohnt in Ladbergen.
Ihr Entwurf zeigt „Tecki“, eine Fledermaus, die künftig als Stadtmaskottchen auftreten soll.
„Die Stadt hat vieles erlebt – aber eines hat sie noch nicht. Und das ist ein gemeinsames Maskottchen“, erklärte Stefan Streit.
Sie darf nun gemeinsam mit der Stadtverwaltung das Maskottchen mitgestalten – die weiteren Gewinnerinnen und Gewinner wurden vom Bürgermeister ins Rathaus eingeladen und zum Taschenlampenkonzert auf der Freilichtbühne Tecklenburg.
KULTUR EXKLUSIV
Auch die Freilichtspiele Tecklenburg präsentieren sich beim Jubiläumsfest.
Besucher erhalten einen exklusiven Vorgeschmack auf die kommende Saison. Noch vor den offiziellen Premieren werden Ausschnitte aus dem Familienmusical sowie zwei Lieder aus „Der Medicus“ gezeigt.
Ein kleiner Einblick, der bei vielen Gästen Lust auf mehr macht.
Daneben informieren Vereine, Initiativen und Organisationen über ihre Arbeit. Gerade am Samstag, dem Tag der Vereine, nutzen zahlreiche Gruppen die Gelegenheit, sich vorzustellen und neue Mitglieder zu gewinnen.
DREI TAGE EHRENAMT
Wer über das Festgelände läuft, merkt schnell: Hinter dem Jubiläum steckt die Arbeit vieler Menschen.
Vereine organisieren Programmpunkte, Ehrenamtliche helfen im Hintergrund, Musiker sorgen für Unterhaltung und zahlreiche Helfer kümmern sich um Auf- und Abbau.
Genau dafür bedankten sich Streit, Laumann sowie Kurdirektor Thomas Borchardt ausdrücklich.
Denn ein Fest dieser Größe entsteht nicht von allein.
EIN WOCHENENDE, DAS BLEIBT
Immer wieder zieht während des Jubiläumswochenendes Regen über Tecklenburg. Doch weder Schauer noch dunkle Wolken können die Stimmung trüben.
Am Samstagabend spielen die letzten Bands, Besucher stehen noch einmal vor der Bühne, Kinder laufen über das Gelände und viele nutzen die Gelegenheit für einen letzten Rundgang.
Nach drei Tagen endet das Stadtfest schließlich so, wie es begonnen hat: mit Musik, Begegnungen und vielen tollen Menschen.






